Zigarren richtig lagern mit und ohne Humidor

Wer anfängt, sich etwas mit Zigarren zu beschäftigen der hört schnell, dass man nicht nur bei der Wahl der ersten Zigarre einiges beachten muss sondern auch dabei, wie man diese Zigarre(n) dann richtig lagert.
Die Lagerung von Zigarren ist ein sehr wichtiges Thema, weil man Zigarren in den meisten Fällen nicht zum „sofortigen“ Gebrauch kauft. Durch längere Reifung und Lagerung verändern Zigarren ihren Charakter.
Der Geschmack und die Aromen werden weicher, eleganter und komplexer. Daher ist es unerlässlich Zigarren unter bestimmten Bedingungen zu lagern, wenn man die Qualität und somit auch den Wert der Zigarre erhalten möchte. Aficionados lagern deswegen ihre Zigarren in einem sogenannten Humidor, es gibt aber für Einsteiger auch andere Möglichkeiten, Zigarren zumindest kurzfristig korrekt zu lagern
.

In diesem Beitrag wollen wir daher kurz erklären, was genau die so häufig erwähnten Humidore sind und welche Alternativen es für den Einsteiger gibt, der nicht gleich allzu tief in die Taschen greifen möchte.

Lagerung mit Humidor

Ein Humidor (lateinisch humidus ‚feucht‘) ist eine aus Holz oder anderen Materialien gefertigte Kiste, in der Zigarren gelagert werden. Üblich verwendete Materialen sind Zedern-, Olivenholz oder Acryl.
Humidore gibt es in sämtlichen Größen: vom handlichen Reisehumidor, über kleinere Kisten, Kommoden und Schränke bis hin zum großen, begehbaren Humidor, wie er zum Beispiel in unseren Geschäften zu finden ist. Dort nehmen Zigarren das Aroma des innenliegenden Edelholzes (ideal wäre spanisches Zedernholz) an und auch die Aromen der anderen dort gelagerten Zigarren. Schon wenige Monate reichen aus, um einen merklichen Unterschied im Geschmack festzustellen.

Zur Trennung der Zigarren gibt es Trennwände, welche die ungewollte Vermischung von Aromen begrenzen. Das ist allerdings kein Muss und auch eine Frage der Kapazität. Wir empfehlen jedoch einige Zigarrenarten, wie Kubaner, von Zigarren anderer Herkunft zu trennen (durch eine Trennwand), da diese sich durch sehr spezielle Charaktereigenschaften auszeichnen.
Wer jegliche Übertragung von Geruchs- und Geschmacksnoten vermeiden möchte und das nötige Kleingeld besitzt, sollte die Zigarren mit unterschiedlicher Stärke und Herkunft in verschiedenen Humidoren lagern.

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Feuchtigkeit und Temparatur sind entscheidend

Um Idealbedingungen für Zigarren zu schaffen, muss man auf Luftfeuchtigkeit und Temperatur achten: 69-71 % Luftfeuchtigkeit und 20-21 °C Temperatur, wobei das größere Augenmerk auf der Luftfeuchte liegt, die möglichst konstant bleiben soll.
In einem Humidor wird diese durch einen Befeuchter erzeugt und mit einem Hygrometer kontrolliert.

Experten-Tipp: Um den Feuchtigkeitsgehalt einer Zigarre zu prüfen, schließt man die Faust um die Zigarre. Knistert es, ist die Zigarre zu trocken, knistert es nicht, ist sie in gutem Zustand.

Befeuchtungsarten/-systeme

Noch vor einigen Jahren funktionierte die Befeuchtung der Humidore, egal ob günstig oder teuer, mit demselben einfachen Mechanismus: Ein Gehäuse mit einem innenliegenden, einfachen Schwamm.
In den letzten Jahren jedoch wurde mit verschiedenen alternativen Befeuchtungssystemen experimentiert, was teilweise leider auf Kosten der Humidorkäufer ging, da sogar angesehene Humidorhersteller oft unausgereifte Systeme anboten. Das einzige System, das sich bewährte und durchsetzen konnte, sind Polymer-Befeuchter. Diese sind auf Basis von Acryl-Polymer-Kristallen, die ein Vielfaches des Eigengewichtes an Flüssigkeit aufnehmen können und lediglich mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden müssen.
Im Gegensatz zu schwammbasierten Befeuchtern stabilisiert sich die Luftfeuchtigkeit selbstregulierend bei ca. 70-72 %. Allerdings sind auch hier ca. 2 Tage notwendig, bis es sich eingependelt hat. Im Ganzen betrachtet, sind Polymer-Befeuchter sehr empfehlenswert. Der Benutzer muss die Feuchtigkeit im Humidor weniger oft kontrollieren, da diese konstanter gehalten wird, d. h. die Wartung im Allgemeinen wird vereinfacht. Außerdem ist die Gefahr von Bakterienbefall geringer als bei schwammbasierten Befeuchtern.
Es kann allerdings nicht vollkommen ausgeschlossen werden und darum sollte jeder Befeuchter, egal ob Schwamm oder Acryl-Polymer, nach ca. 2 Jahren ausgetauscht werden.

Vorbereitung eines Humidors

Humidore müssen vor der Benutzung vorbereitet werden, damit das Innenholz Feuchtigkeit aufnehmen kann. Das spanische Zedernholz eignet sich perfekt dafür, da es Feuchtigkeit gut aufnimmt, Schädlinge abhält und auch die Reifung und Aromaentwicklung der Zigarren unterstützt.
Der Prozess der Vorbereitung benötigt ggf. einige Tage: Nach dem Auswischen der Innenflächen mit destilliertem Wasser werden der mit destilliertem Wasser gefüllte Befeuchter, sowie eine Tasse destilliertes Wasser hineingestellt. Ein digitales Hygrometer wird ebenfalls im Innenraum platziert, um die Feuchtigkeit zu kontrollieren.
Ideale Bedingungen pendeln sich nicht von jetzt auf gleich ein, man muss abwarten bis sich diese entwickelt haben. Dies dauert, wie weiter oben schon erwähnt, etwa 2 Tage.

Eine ausführliche Beschreibung über die Einrichtung und die Konditionierung Ihres Humidors finden Sie hier.

Experten-Tipp: Holen Sie sich das destillierte Wasser lieber aus der Apotheke als aus dem Supermarkt, da gibt es teils deutliche Qualitätsunterschiede.

Lagerung ohne Humidor

Mal ehrlich: Humidore sind nicht unbedingt günstig. Für einen Einstiegshumidor kann man gut und gerne schon über 150 Euro ausgeben. Wer jetzt zurückschreckt der sei beruhigt: es braucht nicht sofort einen Humidor. Für die ersten Zigarren gibt es auch Haushaltslösungen, die wenig bis gar nichts kosten.
Wenn man keinen Humidor besitzt, kann man Zigarren zunächst auch in Frischhalteboxen legen, wie man sie quasi in jedem Haushalt findet. Wichtig ist dabei vor allem, dass sich die Plastikbehälter luftdicht verschließen lassen. Gut konditionierte Zigarren, die beim Händler bereits ausreichend lange im Humidor lagen, benötigen dann noch nicht mal einen Befeuchter, weil kaum bis gar keine Feuchtigkeit verloren geht. In so einer Frischhaltedose kann man nicht nur einzelne Zigarren, sondern auch ganze Zigarrenkisten einlagern.
Zum Befeuchten für noch nicht konditionierte Zigarren eignen sich 2-Wege-Befeuchtungspäckchen von Boveda, allerdings muss man beim Befeuchten solcher Plastikboxen aufpassen, da es leicht zu einer Überbefeuchtung kommen kann. Ein Hygrometer zur Kontrolle sollte in der Box auf jeden Fall enthalten sein, denn wenn es zu feucht wird, fangen die Zigarren an zu schimmeln.
Zigarren lassen sich eine kurze Zeit lang auch ohne Humidor lagern, am besten kühl und von der Sonne geschützt, wenn die relative Luftfeuchtigkeit im passenden Bereich liegt, wie zum Beispiel im Sommer, wenn diese in Wohnungen zwischen 65 bis 75% liegt. Im Winter hingegen kann der Wert auf 30% sinken und so würden die Zigarren zu trocken werden. Besonders gut geeignet sind hier beispielsweise Weinkeller oder allgemein Keller in Altbauten, weil hier die Lagerbedingungen am ehesten erreicht werden. Ob die Luftfeuchtigkeit stimmt, kann wieder mit einem Hygrometer getestet werden.

Egal ob in der Frischhaltebox oder im Weinkeller, es gibt auf jeden Fall für jeden eine Möglichkeit, Zigarren kurzfristig zu lagern, ohne gleich viel Geld ausgeben zu müssen! Wer allerdings nach den ersten Zigarren merkt, dass er auf den Geschmack gekommen ist, der wird auf lange Sicht gesehen nicht um die Anschaffung zumindest eines Humidors herumkommen.

Zigarren mitnehmen

Falls Sie unterwegs nicht auf Ihre Zigarren verzichten möchten, gibt es auch dafür Lösungen. Für den Transport eigenen sich Etuis aus Leder, Silber und Holz. Diese Etuis gibt es für verschiedene Längen und Durchmesser. Geeignet sind solche Etuis für 1-5 Zigarren.

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Zigarren-Schädlinge: Tabakkäfer und Staubmilbe

Werden Zigarren nicht ordnungsgemäß gelagert, kann es vorkommen, dass sie Opfer von Schädlingen werden. Der Tabakkäfer ist der Schrecken aller Zigarrenliebhaber. Zu erkennen gibt er sich in der Regel immer erst dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Das erste Erkennungsmerkmal sind Löcher in den Zigarren. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie sofort alle Zigarren in eine Tüte packen und ca. 14 Tage einfrieren. Nur so können Sie den Tabakkäfer und seine Larven abtöten. In der Zwischenzeit sollten Sie Ihren Humidor mehrmals mit Essigwasser auswaschen. Nach den 14 Tagen Gefriertruhe müssen Sie (leider) alle Zigarren mit Löchern entsorgen. Bei Zigarren ohne Löcher empfehlen wir, stichprobenartig einige Zigarren mit einem Messer aufzuschneiden und nach Käfern zu suchen.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig auf die Staubmilbe hinzuweisen. Die Staubmilbe ist ein kleines weißes Tierchen. Es krabbelt auf den Zigarren, ohne allerdings einen Schaden anzurichten. Hier genügt es die Zigarren zu säubern und den Humidor sauber auszuwaschen.

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